INSPIRE (Infrastructure for Spatial Information in Europe) ist eine Initiative der Europäischen Kommission. INSPIRE versucht diese problematische Situation zu verändern und richtet sich dabei auf das zur Verfügung stellen, relevanter, aufeinander abgestimmter und qualitativ hochwertiger Geoinformation, um die Formulierung, Implementierung und Evaluation sowie das Monitoring Europäischer Politik mit räumlicher Dimension beziehungsweise räumlichen Folgen zu ermöglichen.
INSPIRE hat die Ambition, eine Europäische Geoinformations-Infrastruktur zu Stande zu bringen. Diese Infrastruktur ist nicht nur für Politiker, Verwaltungsbeamte, Entwickler und Manager von Behörden auf kommunaler, nationaler und europäischer Ebene gedacht, sondern auch für Betriebe und Bürger, die Zugang zur gewünschten Geoinformation bekommen sollen. Hierzu richtet INSPIRE sich nicht ausschließlich auf technische Standards und Protokolle, sondern auch auf organisatorische Aspekte und die dazugehörige Informationspolitik, zu der auch die Entwicklung, Verwaltung und der Zugang zu Geoinformation gehören. In erster Linie beschränkt sich INSPIRE auf Geoinformation, die für Umweltpolitik notwenig ist. In einem späteren Stadium wird INSPIRE sich auf andere Politikfelder ausweiten.

INSPIRE handhabt folgende Prinzipien für Geoinformation:
- Sammlung und Administration an einer Stelle
- Nahtloses Anschließen aus verschiedenen Quellen
- Anwendbar auf verschiedenen anschließenden Maßstabsniveaus
- Zugänglich für alle politischen und administrativen Anwendungen unter Bedingungen, die das möglich machen
- Einfach zu finden und gut beschrieben
- Einfach zu begreifen und zu interpretieren
Die Regie liegt in Händen der Europäischen Kommission DG Environment. Das niederländische Ministerium für Wohnungsbau, Raumordnung und Umwelt (VROM, Volkshuiverstiging, Ruimtelijke Ordening en Milieubeheer) ist als Vertreter der Niederlande an INSPIRE beteiligt und in der Expert Groep (Lenkungsausschuss mit Empfehlungsbefugnis an die Kommission) vertreten. Neben dem Ministerium VROM sind auch andere niederländische Organisationen in verschiedenen Arbeitsgruppen aktiv, wie zum Beispiel die Technische Universität Delft, LSV GBKN (nationaler Verband für Zusammenarbeit).
Im Sommer 2004 hat die Europäische Kommission mit der Annahme des Antrags zur INSPIRE-Richtlinie einen wichtigen Schritt getan. Die Richtlinie befasst sich mit der Realisierung einer adäquaten Regelung und der dazu passenden Organisation des Austausches geographischer Daten. Dies soll zu einer European Spatial Data Infrastructure (ESDI) führen, die es ermöglichen soll, im Bereich der Europäischen Umwelt- und Raum-Politik relevante, harmonisierte und qualitativ gute Geoinformation zu nutzen. Nach Abrundung des Entscheidungsprozesses (wahrscheinlich um den 1. Januar 2007) werden die Mitgliedsstaaten gehalten sein, innerhalb eines bestimmten Übergangszeitraums ihre nationale Geodaten Infrastruktur an die in der Richtlinie vorgegeben Bedingungen anzupassen. Einer der Kernpunkte wird dabei die Entwicklung nationaler Portale für den Anschluss an die Europäische Infrastruktur sein. (Quelle: NCGI, 12/31/2004 NCGI-nieuwsbrief VI Matrix december 2004 (nr. 92))




