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X-Regio
Weiterhin sicher arbeiten

Im Rahmen des Projekts ‚X-Regio Weiterhin sicher arbeiten’ werden Unternehmen und Gewerbegebiete in die Verbesserung und die Abstimmung von Gefahrenabwehrplanungen bei drohendem Hochwasser und Evakuierungen einbezogen. Unternehmen und Gewerbegebiete, die im hochwassergefährdeten Bereich des Rheins liegen, sind eingeladen, aktiv an X-Regio teilnehmen und darüber ihre Gefahrenabwehrpläne üben und evaluieren.

Die Provinz Gelderland und die Grenzkreise Wesel und Kleve arbeiten gemeinsam mit der Bezirksregierung und den zuständigen Ministerien intensiv daran, dass die Bewohner der Grenzregion sorglos leben können, ohne sich Gedanken über ihre Sicherheit machen zu müssen. Das bedeutet nicht nur, dass sich die Menschen auf den Straßen sicher fühlen, sondern auch das Bewusstsein, dass die Deiche in der Region bei Hochwasser Sicherheit bieten und die zuständigen Verwaltungen auch im Krisenfall genau wissen, was zu tun ist!

In der Region sind unterschiedliche Katastrophenszenarien grundsätzlich denkbar – von einem Gefahrgutunfall auf den Straßen bis hin zu einer Überschwemmung. Die Gefahrenabwehr und die Vorbereitung darauf ist Aufgabe der Kommunen, bei überregionalen Ereignissen die Krisenstäbe bei Kreis und/oder Bezirksregierung, zur Sicherstellung des Hochwasserschutzes sind die jeweiligen Deichverbände zuständig.

Die zuständigen Behörden stimmen bereits seit mehreren Jahren ihre grenzüberschreitende Zusammenarbeit in dem Programm VIKING aufeinander ab, um die Informationsversorgung und Kommunikation im Katastrophen- oder Krisenfall kontinuierlich zu verbessern. In der langjährigen Kooperation wurden durch gemeinsame grenzüberschreitende klein- und großangelegte Übungen sowie die Abstimmung von Gefahrenabwehrplänen und Evakuierungsplänen viel Erfahrung und Wissen aufgebaut.

Diese Evakuierungspläne basieren auf Erkenntnissen umfangreicher Untersuchung, die von den zuständigen Niederländisch-Deutschen Partnern durchgeführt wurden. Dabei wurden mögliche Folgen von Deichbrüchen an mehr als einhundert Stellen entlang der Grenzflüsse Rhein, Waal, IJssel und Maas untersucht und die Ergebnisse in sogenannten Überschwemmungsszenarien verarbeitet. Diese Szenarien sind auf der Website des Programms VIKING offen zugänglich (www.programmviking.de).

Eine Evakuierung im Falle einer drohenden Überschwemmung stellt aufgrund der Größe des zu evakuierenden Gebietes eine enorme Aufgabe dar. Eine große Anzahl zu evakuierender Personen müssen innerhalb eines begrenzten Zeitraums, mit eingeschränkten Mitteln, entlang nur eingeschränkt nutzbarer Strecken unter stark erschwerten Bedingungen in sichere Gebiete transportiert werden und sich transportieren lassen. Welche Routen eignen sich und stehen (noch) zur Verfügung? Welches sind die sicheren Gebiete, in die die Betroffenen evakuiert werden können? Wie ist dies zu planen und zu organisieren? Wie können die notwendigen Maßnahmen umgesetzt werden? Wer informiert wen, wann, wo und wie?

Um diese Fragen im Rahmen der Niederländisch-Deutschen Zusammenarbeit zu beantworten, wurden neben den Überschwemmungsszenarien, Höhenmodellen, Statistiken auch Verkehrsmodelle herangezogen. Diese Verkehrsmodelle geben Auskunft darüber, wie viel Zeit den Entscheidungsträgern zur Verfügung steht, um eine Evakuierung zu beschließen und anzuordnen, wie viel Zeit die tatsächliche Evakuierung eines bestimmten Gebietes in Anspruch nimmt, welches die optimalen Verkehrsstrecken sind und an welchen Abschnitten Verkehrseingriffe erforderlich werden.

Auf Basis dieser Ergebnisse werden von den zuständigen Stellen  die Evakuierungs- und Maßnahmenpläne aufgestellt und innerhalb des VIKING-Projektes zwischen den deutschen und niederländischen Partnern verglichen ggf angepasst sowie konkrete Vereinbarungen über die Informationsversorgung getroffen.

Bislang hat sich die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Zusammenführung und Abstimmung von Evakuierungsplänen vor allem auf die Fragestellung der zuständigen Behörden der öffentlichen Verwaltungen hinsichtlich der Evakuierung von Bürgern und Tieren konzentriert.

Innerhalb von X-Regio gilt es nun, Unternehmen und Gewerbegebiete in der Evakuierungsplanung aktiv einzubeziehen, um gemeinsam bestmögliche Maßnahmen und Informationsbereitstellung abstimmen zu können. Dabei stehen die Sicherstellung der Wirtschaftskraft der Unternehmen einerseits sowie die Sicherheit innerhalb der Betriebe und Gewerbegebiete und deren Umgebung und Umwelt im Fokus des Vorhabens.

Ziel von X-Regio ist es, in einer Pilotphase die Gefahrenabwehr- und Evakuierungspläne für den Hochwasserfall der Verwaltung und der Unternehmen zu einer aufeinander abgestimmten zusammenhängenden Gefahrenabwehrplanung zusammen zu führen und diese zu evaluieren.

In der anschließenden Transferphase werden diese Pilotergebnisse für die zukünftige Evakuierungsplanung von Unternehmen und Gewerbegebiete in NRW und Gelderland allgemeingültig aufbereitet und auf weitere Unternehmen übertragen.

Zentraler Erfolgsfaktor von X-Regio ist die aktive Mitarbeit aller Zielgruppen, d.h. niederländischer und deutscher Unternehmen und Gewerbegebiete ebenso wie niederländische und nordrhein-westfälische Verwaltungen.

Neben der Provinz Gelderland, dem Kreis Wesel und der Gemeinde Alpen arbeiten die Industrie- und Handelskammer (IHK) Duisburg-Wesel–Kleve zu Duisburg, die Kamer van Koophandel (KvK) Centraal Gelderland, die Sicherheitsregionen sowie die Unternehmervereinigung Lindus in den Niederlanden aktiv mit. Die zentralen Akteure des Projektes sind die Unternehmen beiderseits der Grenze, in NRW die Firmen Norgren, Lemken, GTW und Hoogen aus Alpen sowie Sasol aus Moers, in Gelderland Alliander, Ikea, Mond & Riksen, Shell, Synerlogic und Vitens.

Projektleitung

Herr Bas Overmars

Provincie Gelderland

Markt 11

6811 CG Arnhem

Niederlande

Postbus 9090

E-Mail

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