
Bei schätzungsweise mehr als 80% aller Entscheidungen sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich spielen räumliche Informationen eine maßgebliche Rolle. Mit der zunehmenden Zusammenarbeit zwischen den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen wird die Notwendigkeit einer Struktur für eine grenzüberschreitende Versorgung mit räumlichen Informationen immer stärker, da bei Beschlussfassungen auch dieser Aspekt immer wichtiger wird. Bereits seit Ende 2000 sind die ersten vorbereitenden Schritte hin zu einer solchen Infrastruktur gemacht. Die Machbarkeitsstudie aus dem Jahre 2003, die ebenfalls mit finanzieller Unterstützung der EUREGIO durchgeführt werden konnte, hat die Notwendigkeit einer solchen Infrastruktur nochmals unterstrichen und das große Interesse zahlreicher beteiligter Parteien aufgezeigt. Auch im Rahmen der 2. Geo-Konferenz in Münster wurde das Vorhaben zum Aufbau und der Entwicklung einer X-Border-GDI (grenzüberschreitende Geodateninfrastruktur) seitens aller Beteiligten äußerst positiv aufgenommen und bekräftigt. Auch wurde deutlich gemacht, dass sich ein solches Program neben den informationstechnologischen Aspekten auch intensiv der Zugang, die allgemeine Verfügbarkeit und der Gebrauch von Geoinformationen behandelt werden muss. Daher wurden vünf Schwerpunktthemen definiert: Raumplanung, Watermanagement, Katastrophenbekämpfung, Tourismus, Natur Umwelt und Tourismus sowie Verkehr und Wirtschaft.
Zielsetzung des Programms ist die Entwicklung und Implementation einer Struktur für grenzüberschreitende räumliche Informationsversorgung in Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden, um die langfristige Zusammenarbeit zwischen NRW und NL auf dem Gebiet der räumlichen Information sicherzustellen.
Das Programm ermöglicht allen potenziellen Nutzern einen optimalen Zugang und Zugriff auf die Informationsquellen innerhalb der Grenzregionen.
Bestehende Hürden und Hindernissen bei der Informationsverwendung sollen durch Harmonisierungsaktivitäten sowohl kurz- als auch gerade langfristig beseitigt werden. In diesem Programm geht es daher um die Bekanntmachung der generellen und grenzüberschreitenden Verfügbarkeit von Informationen, die Schaffung grenzüberschreitender Zugangsmöglichkeiten und die Harmonisierung der Interpretationen und Verwendungsmöglichkeiten.

Die Auswirkungen des Projektes auf die Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsstrukturen in den Euregios sind mehrschichtig. Herausragende Effekte werden hinsichtlich der Effektivität und Effizienz auf bei der EffectEntscheidungsvorbereitung und Beschlussfassung in der öffentlichen Verwaltung erwartet, insbesondere auf den Gebieten Watermanagement, Katastrophenbekämpfung, Natur, Umwelt und Tourismus, Verkehr und Transport und nicht zuletzt der Raumordnung.
Ein einheitlicher Zugang zu Informationen schafft neue Chancen und Märkte : dies gilt sowohl für Unternehmen als auch für den Staat. Hierfür sind vor allem verfügbare und anwendbare Standards notwendig, die eng mit dem vorgeschlagenen Program verknüpft sind und sich an internationalen Standards orientieren (OGC, ISO, etc.)
Die aktuelle Arbeitsweise hat zur Folge, dass vielerorts redundante Arbeit verrichtet werden muss. Zusätzlich werden Geodaten erneut digitalisiert, so dass bestehende Datasets nicht mehr integriert werden können. Hierdurch können pro Dataset vermeidbare Mehrkosten von bis zu €150.000 entstehen.

Zielgruppen des Programms sind alle (potenziellen) Anbieter und Nutzer räumlicher Informationen, sowohl öffentliche als auch private Organisationen auf allen Niveaus (national, regional und lokal). Sowohl die private Geoinformations-Branche die eigenständige Services anbietet, Produkte und Dienste entwickelt, als auch Lehr- und Forschungsinstitute sind Bestandteil der Zielgruppen. Erfreulicherweise sind all diese Zielgruppen auch aktiv in den eingereichten Projektvorschlägen vertreten.
Mit Nachdruck weisen wir darauf hin, dass sowohl „Geo-Professionals“ als auch „gewöhnliche Nutzer“ zu den Zielgruppen gehören. Gerade die Annäherung und Zusammenführung dieser beiden Gruppen von Akteuren gehört in einigen Projekten zur Zielsetzung.
Der bereits jetzt zu Beginn des Programms X-Border GDI erkennbare Nutzen ist mehrdimensional. Es ist zwischen
- technischem Nutzen,
- wirtschaftlichem Nutzen,
- Nutzen für die Euregios,
- Nutzen auf Länder- und Staatenebene,
- Nutzen für die Europäische Union sowie dem
- Nutzen für Bürger und Unternehmer zu unterscheiden
Der erwartbare technische Nutzen beinhaltet vor allem die interoperable Nutzung vorliegender Daten und Informationen und die Schaffung einer offenen Geodaten-Infrastruktur. Dies ermöglicht einen schnellen, innovativen und effizienten Datenaustausch und damit die Ergänzung bestehender Entwicklungen zur grenzüberschreitenden Marktfähigkeit.
Daraus resultierend sind Geodaten grenzüberschreitend verfügbar, womit ein unmittelbarer Zugriff möglich wird, der einen wesentlichen Beitrag zur Kosten- und Zeitersparnis leistet. Es kann schnell festgestellt werden, welche Daten in welcher Form und Güte wo verfügbar sind, redundante Datenerfassungen entfallen.
Die Euregios können mittels des Programms ihre regionale Identität steigern sowie in ihren Regionen grenzüberschreitende Best-Practise-Lösungen aufbauen. Darüber hinaus werden Instrumente geschaffen, die bspw. einer regionalen und überregionalen Katastrophenprävention bzw. –management (Projektanträge liegen bereits vor, z. B. zum grenzüberschreitenden Hochwasserschutz Projekt „VIKING“ in der Euregio Rhein-Waal, Tierseuchenbekämpfung etc.) oder zur Entscheidungsfindung auf öffentlicher Ebene bei Planungsvorhaben dienen (vereinfachte und schlüssige Maßnahmenplanung durch Verfügbarmachung von Geo- und Metainformationen).
Diese optimierten Entscheidungsfindungen haben darüber hinaus positive Auswirkungen auf den Schutz von Natur und Umwelt und sind in der Lage, Planungsprozesse maßgeblich zu verkürzen.
Als weiterer Nutzen für die Euregios kann die einheitliche und georeferenzierte Bereitstellung von regionalen und touristischen Informationen genannt werden. Beispielsweise können Rad- und Wanderwege grenzüberschreitend berechnet und mittels 3-D-Darstellung bereits im Vorfeld auf dem heimischen Computer betrachtet werden (Projekt „Grenzenloos fietsen“ in der Euregio Rhein-Maas-Nord).
Auf Länder- bzw. Staatenebene werden durch dieses Programm die bestehenden Kooperationen und Partnerschaften intensiviert und die Position der beteiligten Partner in der Europäischen Gemeinschaft gestärkt, da mit diesem Programm eine Musterlösung zum Aufbau einer grenzüberschreitenden Geodaten-Infrastruktur geschaffen wurde, die einfach in andere Euregios „exportiert“ werden kann.
Darüber hinaus wird die hoheitliche Aufgabe der Informationsvorsorge und
–versorgung innovativ wahrgenommen und ein wesentlicher Beitrag zum Abbau technischer und wirtschaftlicher Grenzen geleistet.
Die Bürger und Unternehmer erhalten mit diesem Programm eine erhöhte vertrauensausbauende Transparenz über Verwaltungsaktivitäten und einen wesentlichen und anschaulichen Einblick in die Möglichkeiten und den Nutzen grenzüberschreitender e-government Vorhaben.




